12 Apr

Wie man im Einrichtung-Modus in Dorico arbeitet

Der folgende Artikel ist die deutsche Übersetzung eines Artikels, den der in Seattle ansässige Musiker, Arrangeur und Notations-Experte Robert Puff in seinem Blog „of note“ veröffentlicht hat. (Hier präsentiert mit freundlicher Genehmigung von Robert Puff und Anthony Hughes.)


Dieser Artikel ist eine Abschrift eines der exzellenten Videotutorials, die auf dem offiziellen Dorico YouTube-Kanal gepostet wurden.

Dieses Tutorial, das hier mit freundlicher Genehmigung seines Schöpfers Anthony Hughes in geschriebener Form präsentiert wird, trägt den Titel „Wie man im Einrichtung-Modus in Dorico arbeitet“…

* * *

Hallo, ich bin Anthony Hughes. Ich werde Ihnen einige der wichtigsten Konzepte für die Einrichtung und Verwaltung Ihres Projekts zeigen, indem ich Ihnen hier eine Einführung in den Einrichtung-Modus in Steinbergs neuer Notationssoftware Dorico gebe.

Ich beginne mit einem neuen leeren Projekt, indem ich diese Schaltfläche anklicke.

Wenn ich das mache, werde ich mit diesem Bildschirm konfrontiert, auf dem ich die Instrumente, die ich verwenden werde, die musikalische Struktur meines Projekts und die Partituren und Einzelstimmen, die ich schließlich drucken oder als Grafiken exportieren werde, einstelle.

Sehen wir uns nun die Bereiche entlang des Bildschirmrands an. Ganz oben befindet sich die Werkzeugzeile, und hier kann ich unter anderem auswählen, in welchem Modus ich sein möchte. Und Sie können sehen, dass ich mich gerade im Einrichtung-Modus befinde.

Gehen wir weiter… Spieler sind die realen Menschen, die die Instrumente spielen, die an dem Stück beteiligt sind. Es gibt zwei Arten von Spielern: Solospieler und Satzspieler.

Solospieler sind die einzelnen Musiker, die während des Stückes ein oder mehrere Instrumente spielen können. Das könnte also ein Trompeter oder ein Gitarrist oder ein Sänger sein; aber sie können auch auf andere Instrumente wechseln: so könnten Sie zum Beispiel einen Flötenspieler haben, der an verschiedenen Stellen im Stück Piccolo spielt.

Satzspieler sind Gruppen von Menschen, die alle gleichzeitig die gleiche Einzelstimme spielen. Ein gutes Beispiel ist die Stimmgruppe der ersten Geigen eines Orchesters, wo mitunter zehn oder zwölf Leute die gleiche Musik spielen.

Sie fügen Spieler hinzu, indem Sie auf diese Schaltflächen am unteren Rand des Spieler-Bereichs klicken.

Wenn Sie auf die Schaltfläche klicken, wird ein Spieler hinzugefügt, und anschließend wählen Sie für diesen ein Instrument aus der Liste aus oder Sie beginnen einfach im Suchfeld zu tippen, um die Liste zu filtern.

Für transponierende Instrumente wird standardmäßig die am häufigsten verwendete Variante ausgewählt, Sie können jedoch in der Liste rechts aus anderen Varianten wählen.

Partien sind separate Musikabschnitte innerhalb Ihres Projekts. Diese können zusammengehörig sein wie Sätze einer Symphonie, eine Reihe von Klavier-Präludien oder die Nummern eines Musicals. Es können einzelne Songs einer Anthologie sein oder sogar eine Sammlung von Entwürfen und Skizzen, die Sie beim Komponieren verwenden.

Sie fügen eine neue Partie hinzu, indem Sie hier klicken.

Im Layouts-Bereich kommen Spieler und Partien zusammen, um die Partituren und Einzelstimmen zu bilden, die Sie ausdrucken oder exportieren und Ihren (realen) Musikern zum Spielen geben.

Dorico erstellt standardmäßig eine Gesamtpartitur für Ihr Projekt und fügt ihm alle Spieler und Partien hinzu. Und für jeden hinzugefügten Spieler werden Einzelstimmen erstellt.

Darüber hinaus können Sie Ihren genauen Anforderungen entsprechend eigene Layouts erstellen und definieren.

Das also zu Spielern, Partien und Layouts hier in Dorico.

Ich hoffe, das war hilfreich, und bitte abonnieren Sie unseren Dorico YouTube-Kanal, um weitere Videos wie dieses zu sehen. Ich bin Anthony Hughes; danke fürs Zuschauen.

10 Apr

Triolen ohne Zahl und Klammer

Frage:

Wie kann ich (die im Blogeintrag „Mehrfach-Taktarten: 2/4 gegen 6/8“ erwähnten) Triolen ohne Zahl und Klammer schreiben?

Antwort:

Zuerst wie bei Triolen gewohnt die erste Achtel schreiben. Dann auf der „Noteneingabe“-Registerkarte unter „Triolen“ den untersten Eintrag „Weitere“ wählen:

In dem nun folgenden Dialogfeld als Format „Keine“ (Zahl) und „Ohne Klammer” aktivieren:



Bei der Eingabe mehrerer Triolen in Folge empfielt es sich, die Einstellung für Triolen mit Shift-alt-K zu fixieren (siehe auch Blogeintrag „Mehrere Triolen eingeben“).

10 Apr

100. Blog-Eintrag! (& Ankündigung Dorico-Tutorials)

Das ist doch tatsächlich mein 100. Eintrag in diesem Blog, der sich bis jetzt fast ausschließlich mit Fragen und Antworten zur Arbeit mit Sibelius befasst hat. An dieser Stelle sage ich danke für all die Fragen, danke auch fürs Lesen und Weiterempfehlen und für alle Rückmeldungen!

Und pünktlich zum “Jubiläum” gibt es eine Neuerung hier, und die betrifft die Notationssoftware Dorico: bis jetzt habe ich keine Tipps oder Anleitungen zur Arbeit mit Dorico veröffentlicht, weil es so hervorragende Video-Tutorials von Dorico selbst gibt, auf die ich immer alle verweise, die mich etwas dazu fragen. Oder mit anderen Worten: ich könnte nur nachplappern, was die Macher von Dorico selbst wunderbar und Video-unterstützt erklären.

Und genau das möchte ich ab jetzt tun. 😉
Der in Seattle ansässige Musiker, Arrangeur und Notations-Experte Robert Puff veröffentlicht in seinem Blog „of note“ seit geraumer Zeit Transkriptionen der Tutorials von Anthony Hughes, die auf dem offiziellen You-Tube-Channel von Dorico zu finden sind.
Diese Transkriptionen werde ich nun der Reihe nach ins Deutsche übersetzen und hier zur Verfügung stellen – für alle, denen die englischen Videos doch etwas zu schnell sind, die die deutsche Version des Programms benutzen und gerne eine Anleitung haben wollen, bei der die Begriffe mit denen in der Software übereinstimmen oder die aus anderen Gründen daraus einen Nutzen ziehen können.

Robert Puff und Anthony Hughes sind mit diesem Vorhaben einverstanden, und in Kürze geht es hier los mit der ersten übersetzten Dorico-Tutorial-Transkription.

04 Apr

Mehrfach-Taktarten: 2/4 gegen 6/8

Frage:

Wie kann ich in meiner Partitur für verschiedene Instrumente unterschiedliche Taktarten schreiben, konkret: eine Violinstimme im 6/8-Takt während der Rest des Orchesters in 2/4 spielt?

Antwort:

In diesem Fall schreibt man zuerst einen 2/4-Takt für alle und gibt die Noten für die 1. Violine als Achtel-Triolen (ohne Zahl und Klammer) ein:

Anschließend löscht man die Taktart-Bezeichnung aus der Partitur: die 2/4-Angabe anwählen, entfernen und im Dialogfenster „nein“ klicken:

Dann zieht man die erste Note ein wenig nach rechts, um Platz zu schaffen und schreibt die Taktart-Angaben einzeln als Text hinein. Dafür den ersten Takt eines Instruments anwählen, und als „Taktartbezeichnungen (nur eine Notenzeile)“ die Taktart eingeben, hier für die 1. Violine „6(return)8“:

In die anderen Instrumente schreibt man in gleicher Weise die 2/4:

13 Mrz

Fermate über einem Taktstrich

Frage:

Wie kann ich eine Fermate über einem Taktstrich erstellen?

Antwort:

a) Fermate über einem Taktstrich:

funktioniert nicht mit der Fermate am Keypad, sondern man wählt den betreffenden Taktstrich (oder nachfolgenden Takt) und die Fermate dann unter den „Symbolen“ („Notation“-Registerkarte):

b) Fermate als „System-Objekt“:

ob eine solche Fermate nur für eine einzelne Notenzeile oder (vergleichbar mit Systemtext) für alle gültig sein (und dementsprechend in den Einzelstimmen aufscheinen) soll, lässt sich festlegen, und zwar indem man die Fermate bearbeitet (oder eine neue anlegt):

Wählt man hier „Notenzeile“, so steht die Fermate ausschließlich dort, wo man sie in der Partitur platziert hat, andere Notenzeilen (und die zugehörigen Einzelstimmen) bleiben davon unberührt.

Wählt man hingegen „System“, dann verhält sie sich genau wie andere „System-Angaben“ (z.B. Tempoangaben): in der Partitur ist sie nur über der obersten (und ggf. anderen ausgewählten) Notenzeile(n) zu sehen, in den Einzelstimmen jedoch immer enthalten.

06 Mrz

Vorzeichen und Versetzungszeichen in Klammer

Frage:

Ich möchte nicht, wie im letzten Blogeintrag beschrieben, generell immer Warnakzidenzien gesetzt bekommen, sondern nur in einzelnen, von mir gewählten Fällen. Wie geht das?

Antwort:

Die automatische Setzung von Warnakzidenzien deaktivieren:

Im Beispiel aus dem letzten Blogeintrag verschwinden dadurch bei den orangen Noten die Erinnerungsvorzeichen:

Um ein Vor- oder Versetzungszeichen in Klammer zu erstellen, die betreffende Note anwählen und dann auf der letzten Seite des Keypads die Klammer:

Steht bereits ein Versetzungszeichen vor der Note, erhält dieses so eine Klammer. Wenn nicht, wird das entsprechende Zeichen durch die Klammersetzung erzeugt, im konkreten Fall ein Auflösungszeichen:

27 Feb

Warnakzidenzien (“Erinnerungsvorzeichen”)

Frage:

Wie kann ich festlegen, ob und in welcher Weise Sibelius automatisch Warnakzidenzien schreibt?

Antwort:

Wie so oft in den Notensatzregeln (“Erscheinungsbild”-Registerkarte unter “Stilvorlagen”):

In Sibelius werden diese an sich überflüssigen Versetzungszeichen (die jedoch z.B. nach Versetzungen im Vortakt oder einer anderen Stimme sehr hilfreich sein können) “Erinnerungsvorzeichen” genannt. Optional können diese auch durch eine Klammer gekennzeichnet werden.

Diese Einstellung…

… bewirkt zum Beispiel folgende Warnakzidenzien (orange Noten):

24 Jan

Wiederholte Takte mitzählen

Frage:

Mit welcher Einstellung können in Sibelius wiederholte Takte mitgezählt (und die Taktzahlen dementsprechend korrekt angezeigt) werden?

Antwort:

Die betreffende Einstellung lässt sich (wie so oft) in den Notensatzregeln (“Erscheinungsbild”-Registerkarte) vornehmen: unter “Taktzahlen” gibt es hier die Option “Wiederholungen mitzählen”.

Im Notenbild (hier zur Veranschaulichung die fortlaufende Ansicht mit eingeblendeten Taktzahlen) sieht das dann folgendermaßen aus:

16 Jan

Einzelne Pausen ausblenden

Frage:

Bezogen auf den letzten Blogeintrag “Ganztaktpausen ausblenden“: ich möchte das gerne nur für eine Notenzeile tun, um bei der Probenarbeit Dinge ergänzen zu können. Die Ganztaktpausen in den Stimmen, die bereits ausnotiert sind, sollen bleiben. Wie kann ich also in Sibelius selektiv einzelne Ganztaktpausen ausblenden, sodass sie dann auf einem Ausdruck nicht enthalten sind?

Antwort:

Ganz generell können die meisten Eintragungen in Sibelius, sobald sie angewählt sind, über “Ausblenden oder anzeigen” (auf der “Start”-Registerkarte) ausgeblendet (und im Bedarfsfall wieder angezeigt) werden:

Handelt es sich (wie in der Fragestellung) um eine ganze Notenzeile, so kann man die natürlich mit Doppel- bzw. Dreifachklick als Ganzes anwählen und dann mit “Ausblenden oder anzeigen” alle Pausen auf einmal ausblenden.